Förderung beim Hauskauf 2026: Alle Programme im Überblick

Gestapelte Antragsformulare mit Hausschlüssel und Stift auf einem Schreibtisch

Wer eine Immobilie kauft oder baut, lässt häufig Geld liegen. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil Förderprogramme beantragt werden müssen, bevor der Kaufvertrag unterschrieben ist, und weil kaum jemand alle kennt. Dieser Überblick zeigt, was es gibt und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Förderdarlehen laufen über die Hausbank, nicht direkt über die KfW.
  • Der Antrag muss vor Vertragsabschluss oder Baubeginn gestellt sein. Wer zu spät kommt, verliert den Anspruch vollständig.
  • Bundes-, Landes- und Kommunalförderung lassen sich meist kombinieren.
  • Für Familien mit mittlerem Einkommen ist der Zinsvorteil oft fünfstellig.

Die Programme des Bundes

Die KfW ist der wichtigste Förderer. Ihre Programme unterscheiden sich nach Vorhaben und Zielgruppe.

Programm Wofür Rahmen
KfW 300 Wohneigentum für Familien, klimafreundlicher Neubau bis 270.000 €
KfW 308 Jung kauft Alt, Kauf von Bestandsimmobilien durch Familien zinsverbilligt
KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau bis 150.000 €
KfW 296 Klimafreundlicher Neubau im Niedrigpreissegment zinsverbilligt
KfW 261 Sanierung zum Effizienzhaus bis 150.000 €
KfW 159 Altersgerecht umbauen, Barrieren reduzieren bis 50.000 €
KfW 124 Wohneigentumsprogramm, ohne Einkommensgrenze bis 100.000 €

Für Familien mit Kindern und einem zu versteuernden Einkommen bis 90.000 Euro ist KfW 300 meist die stärkste Option. Der Zinsvorteil gegenüber einem Bankdarlehen kann bei 270.000 Euro über zehn Jahre rund 76.000 Euro betragen. Voraussetzung ist allerdings der Standard Effizienzhaus 40, der beim Bau Mehrkosten verursacht.

Wer eine Bestandsimmobilie kauft, sollte KfW 308 prüfen. Das Programm wurde im Oktober 2025 verbessert und richtet sich an Familien, die ein älteres Haus erwerben und sanieren.

Ohne Einkommensgrenze und ohne energetische Anforderungen kommt KfW 124 aus. Der Zinsvorteil ist geringer, dafür steht es praktisch allen offen, die selbst nutzen.

Die Programme der Bundesländer

Alle 16 Bundesländer haben eigene Wohnraumförderungen, meist über ihre Landesförderbanken. Die Bedingungen unterscheiden sich erheblich, folgen aber ähnlichen Mustern.

Gefördert werden überwiegend Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen, die selbst nutzen. Üblich sind Einkommensgrenzen, die sich nach Haushaltsgröße staffeln, sowie Anforderungen an Wohnfläche und Kinderzahl. Angeboten werden zinsverbilligte Darlehen, teils ergänzt um echte Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

Diese Mittel werden am häufigsten übersehen, weil sie separat beantragt werden und nicht automatisch in einem Finanzierungsangebot auftauchen. Fragen Sie Ihre Bank aktiv danach oder wenden Sie sich direkt an die Förderbank Ihres Bundeslandes.

Kommunale Förderung

Viele Städte und Gemeinden unterstützen den Erwerb von Wohneigentum, besonders in Regionen, die junge Familien halten wollen. Die Formen reichen von direkten Zuschüssen über vergünstigte Grundstücke bis zu Einheimischenmodellen mit Preisvorteil beim Bauland.

Diese Programme sind selten gut auffindbar. Ein Anruf bei der Stadtverwaltung oder dem Bauamt lohnt sich, bevor Sie kaufen.

Die richtige Reihenfolge

Hier passieren die teuersten Fehler, und sie sind vollständig vermeidbar.

Klären Sie die Förderung, bevor Sie einen Kaufvertrag unterschreiben oder mit dem Bau beginnen. Ein nachträglicher Antrag ist ausgeschlossen, und zwar ohne Kulanz. Wer erst kauft und dann nach Förderung fragt, hat den Anspruch verloren.

Praktisch bedeutet das: Sprechen Sie früh mit Ihrer Bank und lassen Sie prüfen, welche Programme für Ihr Vorhaben in Frage kommen. Bei energetischen Programmen brauchen Sie zusätzlich eine Energieeffizienz-Expertin oder einen Experten aus der Expertenliste des Bundes, deren Bestätigung dem Antrag beiliegen muss.

Erst wenn die Förderzusage vorliegt, unterschreiben Sie.

Was die Kombination bringt

Bundes-, Landes- und Kommunalförderung schließen sich in der Regel nicht aus. Verschiedene KfW-Programme für dasselbe Vorhaben allerdings schon: Wer KfW 300 nutzt, kann nicht zusätzlich KfW 297 für denselben Neubau beanspruchen.

Wichtig für die Bewertung eines Angebots ist der Mischzins über alle Bausteine. Ein Förderdarlehen zu einem Prozent und ein Bankdarlehen zu vier Prozent ergeben zusammen eine Belastung, die zwischen beiden liegt. Nur diese Zahl sagt etwas über Ihre tatsächliche Rate aus. Lassen Sie sie sich ausweisen.

Rechnen Sie außerdem die Mehrkosten gegen, die eine Förderung verursacht. Wenn das Erreichen des geforderten Effizienzstandards beim Bau mehr kostet, als der Zinsvorteil einbringt, ist die einfachere Bauweise mit normalem Bankdarlehen die bessere Wahl. Diese Rechnung gehört in jede Beratung.

Was verschiedene Zinssätze für Ihre Rate bedeuten, können Sie mit dem Rechner auf unserer Startseite durchspielen.

Häufige Fragen

Welche Förderungen gibt es beim Hauskauf?

Auf Bundesebene die KfW-Programme, dazu die Wohnraumförderung der 16 Bundesländer und teils kommunale Zuschüsse. Für Familien mit Kindern sind KfW 300 und KfW 308 meist am wirksamsten.

Wie beantrage ich eine KfW-Förderung?

Über Ihre Hausbank oder einen Finanzierungsvermittler. Die KfW vergibt keine Darlehen direkt an Privatpersonen.

Bis wann muss ich den Antrag stellen?

Vor Unterzeichnung des Kaufvertrags beziehungsweise vor Baubeginn. Ein nachträglicher Antrag ist ausgeschlossen.

Kann ich mehrere Förderungen kombinieren?

Bundes-, Landes- und Kommunalförderung lassen sich meist kombinieren. Mehrere KfW-Programme für dasselbe Vorhaben in der Regel nicht.

Welche Zuschüsse bieten die Bundesländer?

Das unterscheidet sich stark. Üblich sind zinsverbilligte Darlehen für Familien mit mittlerem Einkommen, teils ergänzt um Zuschüsse. Auskunft gibt die Förderbank Ihres Bundeslandes.

Gibt es Förderung ohne Einkommensgrenze?

Ja, etwa das Wohneigentumsprogramm KfW 124. Der Zinsvorteil fällt geringer aus als bei den einkommensabhängigen Programmen.

Lohnt sich Förderung immer?

Nicht automatisch. Wenn die Auflagen, etwa ein hoher Effizienzstandard, mehr Baukosten verursachen als der Zinsvorteil einbringt, rechnet sich das nicht. Rechnen Sie beide Varianten durch.

Über diesen Ratgeber

Die Redaktion von Baufinanzierung-Vergleich.info stützt sich auf öffentlich zugängliche Programmbedingungen der KfW und Übersichten zur Landesförderung, Stand August 2026. Förderbedingungen ändern sich häufig. Verbindlich sind allein die aktuellen Angaben der Förderinstitute. Der Beitrag ersetzt keine Förderberatung.

Redaktion Baufinanzierung Vergleich

Dieser Ratgeber wurde redaktionell geprüft und wird regelmäßig aktualisiert. Er ersetzt keine individuelle Finanzierungsberatung.

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