Versicherungen bei der Baufinanzierung: Was Sie wirklich brauchen

Aufgefächerte Aktenmappen mit einem Bund Hausschlüssel darauf

Rund um eine Baufinanzierung werden viele Policen angeboten. Notwendig ist wenig davon, sinnvoll einiges, und manches lohnt sich schlicht nicht. Die Unterscheidung spart über die Laufzeit vierstellige Beträge.

Was notwendig ist

Die Wohngebäudeversicherung ist faktisch Pflicht. Keine Bank finanziert ohne sie, weil sie das Objekt absichert, das als Sicherheit dient. Sie deckt Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.

Achten Sie auf die Absicherung von Elementarschäden wie Überschwemmung und Starkregen. Diese ist meist nicht automatisch enthalten, wird aber angesichts häufigerer Extremwetterlagen immer wichtiger. In gefährdeten Lagen kann sie teuer oder schwer zu bekommen sein, was Sie vor dem Kauf klären sollten.

Beim Neubau tritt zunächst die Feuerrohbauversicherung an diese Stelle, die mit Fertigstellung in eine Wohngebäudeversicherung übergeht. Sie ist bei vielen Anbietern in der späteren Police beitragsfrei enthalten.

Was beim Bauen dazukommt

Die Bauherrenhaftpflicht deckt Schäden, die Dritten auf Ihrer Baustelle entstehen. Als Bauherr tragen Sie die Verantwortung für die Verkehrssicherheit, auch gegenüber Unbefugten. Die Police kostet wenig und sollte bei jedem Neubau stehen.

Die Bauleistungsversicherung deckt Schäden am Bau selbst, etwa durch Sturm, Vandalismus oder Diebstahl fest eingebauter Teile. Sie ist nicht zwingend, bei größeren Vorhaben aber empfehlenswert.

Was sinnvoll ist

Eine Risikolebensversicherung sichert die Familie ab, wenn ein Darlehensnehmer stirbt. Bei zwei Verdienern, die gemeinsam finanzieren, ist das der wichtigste Schutz überhaupt: Fällt ein Einkommen weg, ist die Rate meist nicht mehr tragbar.

Sinnvoll ist eine Absicherung, die sich an der Restschuld orientiert und über die Laufzeit fällt. Sie ist deutlich günstiger als eine gleichbleibende Summe. Prüfen Sie, ob Sie beide Partner über Kreuz versichern, das kann steuerliche Vorteile haben.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist statistisch relevanter als die Lebensversicherung, weil Berufsunfähigkeit häufiger eintritt als der Tod im erwerbsfähigen Alter. Wer noch keine hat, sollte sie spätestens jetzt prüfen. Sie ist allerdings teuer und mit Gesundheitsfragen verbunden.

Was Sie kritisch prüfen sollten

Die Restschuldversicherung wird häufig zusammen mit dem Darlehen angeboten. Sie übernimmt Raten bei Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit.

Rechnen Sie hier genau nach. Die Beiträge sind im Verhältnis zur Leistung oft hoch, die Bedingungen enthalten Ausschlüsse, und bei Einmalbeiträgen wird die Prämie mitfinanziert und mitverzinst. Eine separate Risikolebensversicherung leistet häufig dasselbe zu geringeren Kosten.

Der Abschluss ist freiwillig. Eine Bank darf ihn nicht zur Bedingung für das Darlehen machen. Wird er als Paket angeboten, lassen Sie sich den Effektivzins mit und ohne Versicherung ausweisen.

Was meist überflüssig ist

Zusatzpolicen mit engem Leistungsumfang, etwa reine Arbeitslosigkeitsversicherungen für Darlehensraten, lohnen sich selten. Die Leistungsdauer ist begrenzt, die Ausschlüsse sind zahlreich.

Auch Doppelungen kommen häufig vor: Wer bereits eine Berufsunfähigkeits- und eine Risikolebensversicherung hat, braucht keine Restschuldversicherung obendrauf.

Was verschiedene Finanzierungsvarianten kosten, können Sie mit dem Rechner auf unserer Startseite vergleichen.

Häufige Fragen

Welche Versicherung ist bei der Baufinanzierung Pflicht?

Faktisch die Wohngebäudeversicherung. Ohne sie finanziert keine Bank, weil sie die Sicherheit schützt.

Brauche ich eine Risikolebensversicherung?

Wenn Angehörige von Ihrem Einkommen abhängen, ja. Sie ist der wichtigste Schutz für die Familie, wenn ein Verdiener ausfällt.

Ist eine Restschuldversicherung sinnvoll?

Selten. Die Beiträge sind im Verhältnis zur Leistung meist hoch. Eine separate Risikolebensversicherung leistet häufig dasselbe günstiger.

Darf die Bank eine Versicherung verlangen?

Die Wohngebäudeversicherung ja, weil sie die Sicherheit schützt. Eine Restschuldversicherung darf sie nicht zur Bedingung machen.

Was deckt die Bauherrenhaftpflicht?

Schäden, die Dritten auf Ihrer Baustelle entstehen. Als Bauherr haften Sie für die Verkehrssicherheit.

Sind Elementarschäden mitversichert?

Meist nicht automatisch. Angesichts häufigerer Extremwetterlagen sollten Sie diesen Baustein prüfen, in gefährdeten Lagen schon vor dem Kauf.

Über diesen Ratgeber

Die Redaktion von Baufinanzierung-Vergleich.info gibt eine allgemeine Einordnung. Leistungsumfang und Beiträge unterscheiden sich je Anbieter und Tarif erheblich. Der Beitrag ersetzt keine Versicherungsberatung. Zuletzt geprüft im August 2026.

Redaktion Baufinanzierung Vergleich

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